Wissenschaftliche Präsentation

Prof. Carlo Tremolada

Milano Longevity Week 2025

Beim Milano Longevity Summit präsentiert Prof. Carlo Tremolada — Wissenschaftlicher Direktor von IMAGE REGENERATIVE — Lipogems® als eine bereits validierte, FDA-zugelassene und klinisch eingesetzte Technologie der regenerativen Medizin. Der Vortrag umfasst die Wissenschaft des mikrofrakturierten Fettgewebes, klinische Evidenz von der Knorpelregeneration bis zur Heilung des diabetischen Fußes, ästhetische Anwendungen mit mehrjährigem Follow-up und aufkommende Forschung zu Lipogems® als Drug-Delivery-System bei Glioblastom.

Regenerative Medizin wird oft als Zukunftsversprechen dargestellt. Beim Milano Longevity Summit zog Prof. Carlo Tremolada eine klare Grenze: Es gibt die regenerative Medizin von morgen — die Spitzenforschung, die Nobelpreisträger Shinya Yamanaka in der Vorwoche vorstellte — und die Medizin von heute, bereits im klinischen Einsatz mit bedeutender wissenschaftlicher Validierung und zunehmender Kostenerstattung durch nationale Gesundheitssysteme.

Lipogems® gehört entschieden in die Gegenwart.

Die Technologie

Lipogems® ist ein patentiertes chirurgisches Kit für die optimale Transplantation von Fettgewebe. Die Technologie ist durch 56 Patente weltweit geschützt, das Original 2010 von Prof. Tremolada angemeldet. Im Zentrum steht ein vollständig geschlossenes Verarbeitungsgerät: Fett wird mit dünnen Kanülen minimalinvasiv entnommen — oft mit ästhetischem Zusatznutzen — und im Gerät von etwa 3 Millimetern auf 300 Mikrometer verkleinert, ohne zerstört zu werden.

Das ist keine Kleinigkeit. Ein 3-Millimeter-Stück Fettgewebe hat die Konsistenz einer reifen Himbeere. Im versiegelten Gerät schneiden zwei Sätze von Mikroklingen das Gewebe, während kleine Kugeln eine Emulsion erzeugen, die das Fett aktiviert — ähnlich extrakorporalen Stoßwellen — und die Freisetzung mesenchymaler Stammzellen fördert. Blut und Öl werden entsorgt; was bleibt, sind intakte Mikrofragmente lebenden Fettgewebes, jeweils bedeckt vom nativen Kapillarnetzwerk und den darauf sitzenden Perizyten.

Deshalb haben alle Zulassungsbehörden — von der US-amerikanischen FDA bis zum italienischen Nationalen Transplantationszentrum — es zugelassen: Das Endprodukt ist schlicht ein Stück körpereigenes Fettgewebe, verarbeitet aber strukturell intakt.

Wirkungsweise

Die Mikrofrakturierung bewirkt eine massive Oberflächenvergrößerung und damit eine enorme Steigerung der Bioverfügbarkeit von Perizyten und mesenchymalen Stammzellen. Unter dem Elektronenmikroskop sitzen Perizyten direkt auf den Kapillaren. Werden sie ins Gewebe eingebracht, lösen sie sich ab, identifizieren das molekulare Problem und beginnen, Zytokine zu sezernieren — Signalstoffe, die die Regeneration steuern.

Sie verwandeln sich nicht primär in neues Gewebe. Wie Prof. Tremoladas Mentor Arnold Kaplan von der Case Western University formulierte: Im Labor kann man Zellen dazu bringen, in Knochen, Knorpel oder Muskel zu „tanzen", aber in vivo wirken sie als natürliche, personalisierte Apotheken, die zur richtigen Zeit die richtigen Substanzen freisetzen. Dies geschieht in zwei Phasen: einer initialen immunmodulatorischen, entzündungshemmenden Phase, gefolgt von einer epigenetischen Phase mit über 600 beteiligten Genen, in der die Zellen die Regeneration steuern, Zelltod verhindern und Infektionen abwehren.

Der fundamentale Vorteil gegenüber anderen regenerativen Ansätzen — PRP, stromal vascular fraction oder kultivierte Stammzellen — ist, dass diese intakten Mikrofragmente über Monate bis Jahre im Gewebe lebendig bleiben und eine anhaltende regenerative Wirkung entfalten. Eine Studie des italienischen Gesundheitsministeriums, die drei Methoden an Kaninchen verglich, zeigte, dass mikrofrakturiertes Fett in 16 Wochen vollständig normalen Knorpel produzierte — besser als sowohl SVF als auch kultivierte Zellen.

Klinische Evidenz

Über 250 Studien sind auf der Website von IMAGE REGENERATIVE verfügbar, 90 % davon unabhängig. Wichtige Bereiche:

Orthopädie. Knorpel- und Sehnenregeneration sind die Kernanwendungen. Eine wegweisende Studie von Prof. Dragan Primorac — ehemaliger kroatischer Gesundheitsminister und Professor an der Penn University — zeigte die Neubildung von normalem hyalinem Knorpel über 12 Monate, bestätigt durch Glykosaminoglykan-Analyse. Meniskusrisse bei Erwachsenen — die anders als bei Kindern nicht spontan heilen — regenerieren nach Lipogems®-Injektion konsistent. In einem Schultervergleichsfall von 2015 zeigte eine Patientin mit Prothese auf einer Seite und Lipogems® auf der anderen nach vier Jahren auf beiden Seiten exzellente Funktion — mit deutlich schnellerer Erholung auf der Lipogems®-Seite.

Diabetischer Fuß. In den schwersten Fällen — Ulzera und Amputationen — ergab eine doppelblinde Studie in Boggiovara eine Heilungsrate von 80 % mit Lipogems® gegenüber 46 % mit den besten verfügbaren Therapien nach sechs Monaten. Die Reamputationsrate war dramatisch niedriger.

Morbus Crohn. Am Sant'Orsola-Krankenhaus mit Professor Poggioli übertraf Lipogems® das führende Biologikum (Takeda-Produkt) bei der Behandlung proktologischer Crohn-Schäden — bei mehr als zehnfach geringeren Kosten.

Urogenitale Atrophie. Eine vaginale Behandlung mit Lipogems® zeigte die Behebung aller menopausalen Symptome — Inkontinenz, Trockenheit — und die Wiederaufnahme normaler sexueller Aktivität beim Drei-Jahres-Follow-up, mit langfristiger Zunahme der Vaskularisierung als Beleg für echte Gewebeverjüngung.

Fingerkuppenregeneration. In zwei Fällen — einem 27-jährigen Arbeiter und einer traumatischen Amputation — erbrachte die Injektion von Lipogems® eine vollständige Rekonstruktion, vergleichbar mit der Fingerkuppenregeneration bei Neugeborenen. Acht Monate nach der Injektion hatte sich das Gewebe in einer Weise regeneriert, die Prof. Tremolada mit dem Nachwachsen eines Eidechsenschwanzes verglich.

Strahlenschäden. In stark bestrahltem Gewebe — insbesondere bei der Brustrekonstruktion nach Mastektomie — ermöglicht Lipogems® die Bildung von Lappen, die sonst unmöglich wären, mit sofort sichtbarer Zunahme der Vaskularisierung.

Ästhetische Anwendungen

In der ästhetischen Chirurgie erzeugt Lipogems® eine kontinuierliche Verbesserung über Monate und Jahre — das Gegenteil der Hautqualitätsverschlechterung, die nach konventionellen Eingriffen auftreten kann. Eine Facelift-Patientin zeigte fortlaufende Hautverbesserung im mehrjährigen Follow-up. Eine Patientin, die ausschließlich Lipogems® (mit oberer Blepharoplastik) erhielt, wies nach acht Jahren eine dramatisch verbesserte Hautqualität auf.

Prof. Tremolada betrachtet Lipogems® inzwischen als unverzichtbar für alle Eingriffe: Die Komplikationen sind drastisch gesunken und die Erholungszeiten — etwa nach Facelifts — können auf ein Viertel reduziert werden.

Spitzensport

Mehrere Spitzensportler nutzen Lipogems® regelmäßig. Die Skirennläuferin Sofia Goggia unterzog sich jährlichen Lipogems®-Behandlungen — in Abstimmung mit FIS-Arzt Dr. Panzeri — zur Regeneration von Knieknorpel, wo PRP nicht mehr wirksam war.

Zukunft: Drug Delivery und Glioblastom

Zu den bemerkenswertesten neuen Anwendungen gehört Lipogems® als Drug-Delivery-System. Der Veterinärneurochirurg Offer Zeira behandelte fünf Hunde mit Glioblastom — einer stets tödlichen Erkrankung — indem er Lipogems® mit Paclitaxel in die Operationshöhle einbrachte. Alle fünf Hunde starben an Altersschwäche. Der Ansatz wurde bei der AIFA (italienische Arzneimittelbehörde) sowie den neurochirurgischen Abteilungen am Besta und in Terni eingereicht. Die Genehmigung für die Anwendung am Menschen — zunächst bei Rezidiven — wird in Kürze erwartet.

Fragen aus dem Publikum

Wie viele Behandlungen sind nötig? Eine einzige. Die Wirkung hält Jahre an.

Spielt das Alter eine Rolle? Die Therapie ist autolog — körpereigenes Gewebe. Zwischen 7 und 90 Jahren sinkt die mikrovaskuläre Dichte um über 95 %, aber die Mikrofrakturierung erhöht die bioverfügbare Oberfläche um das 6.000-Fache. Selbst beim diabetischen Fuß — einem Paradebeispiel für gestörte Mikrozirkulation — belegen die Ergebnisse der Doppelblindstudie die Wirksamkeit. Auch Patienten über 90 haben profitiert.

Hilft es bei akuten Traumata? Der Effekt bei Operationen und Traumata ist beeindruckend — er reduziert die gefährliche Schwellungsphase, die zu Gewebenekrose führen kann. Für Prof. Tremolada sind Anwendungen bei akuten Traumata noch nicht Gegenwart — sie erfordern weitere Studien —, aber sie sind definitiv die Zukunft.