Fettgewebeinjektion unterstützt die Knorpelgesundheit über zwei Jahre
Igor Borić, Damir Hudetz, Eduard Rod, Željko Jeleč, Trpimir Vrdoljak, Andrea Skelin, Ozren Polašek, Mihovil Plečko, Irena Trbojević-Akmačić, Gordan Lauc, Dragan Primorac · Genes · 2019
Studie verfolgt Knorpelbausteine mittels fortschrittlicher MRT-Technik
Diese kroatische Studie begleitete Patienten mit Kniearthrose über 24 Monate nach einer einmaligen Injektion ihres eigenen aufbereiteten Fettgewebes (Lipogems®). Die Forscher verwendeten eine spezialisierte MRT-Technik namens dGEMRIC, um Glykosaminoglykane (GAGs) zu messen – essentielle Moleküle, die den Knorpel gesund und elastisch halten. GAGs nehmen normalerweise mit dem Fortschreiten der Arthrose ab, sodass ihre Messung zeigt, ob eine Behandlung dazu beiträgt, den Knorpel zu erhalten oder wiederaufzubauen.
An der Studie nahmen 17 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Kniearthrose teil. Zehn Patienten (insgesamt 18 Knie) schlossen die vollständige zweijährige Nachbeobachtung ab. Drei Patienten schieden aus der Studie aus, weil sie eine Knieprothese benötigten. Die verbleibenden vier absolvierten nicht alle erforderlichen Untersuchungstermine.
Über die Hälfte der Knorpelmessungen zeigte Verbesserungen
Die Ergebnisse waren ermutigend. Mehr als die Hälfte der Knorpelmessungen zeigte nach 24 Monaten bedeutsame Anstiege des GAG-Gehalts. Dieses Ergebnis ist besonders bedeutsam, da GAG-Werte bei Menschen mit Arthrose typischerweise im Laufe der Zeit abnehmen. Anstatt der erwarteten Verschlechterung zeigten viele Patienten eine verbesserte Knorpelgesundheit.
Die dGEMRIC-Technik funktioniert, indem sie verfolgt, wie sich Kontrastmittel durch den Knorpel bewegt. Gesunder Knorpel mit reichlich GAGs stößt das Kontrastmittel ab, während geschädigter Knorpel mehr davon aufnimmt. Höhere Messwerte weisen auf gesünderen Knorpel mit besserer Dämpfungsfähigkeit hin.
Eine einzige Injektion bot langanhaltende Vorteile
Die Patienten erhielten nur eine Injektion von mikrofragmentiertem Fettgewebe (MFAT) – speziell aufbereitetem Fett aus dem eigenen Körper. Das Fett wurde durch ein minimal-invasives Lipoaspirationsverfahren entnommen, anschließend aufbereitet und in das betroffene Knie injiziert. Während des Studienzeitraums waren keine Wiederholungsbehandlungen erforderlich.
Die Forscher erfassten die Ergebnisse zu Studienbeginn sowie nach drei, sechs, zwölf und 24 Monaten. Die Schmerzintensität wurde mittels der Visuellen Analogskala (VAS) erfasst, einem Standardinstrument, bei dem Patienten ihre Schmerzen von null bis zehn bewerten.
Behandlung könnte Knorpelreparaturprozesse anregen
Die Studie baut auf den früheren 12-Monats-Ergebnissen der Forscher auf, die erstmals nahelegten, dass eine MFAT-Injektion die Knorpelzusammensetzung positiv beeinflussen könnte. Diese verlängerte Nachbeobachtung bestätigt, dass die Vorteile mindestens zwei Jahre anhalten können.
Das mikrofragmentierte Fettgewebe enthält:
Perizyten: Helferzellen, die die Heilung rund um Blutgefäße unterstützen
Mesenchymale Stammzellen (MSCs): Regenerative Zellen, die bei der Reparatur geschädigten Gewebes helfen können
Natürliche Wachstumsfaktoren: Proteine, die die Gewebeheilung fördern
Da die Behandlung Ihr eigenes Gewebe verwendet (als autolog bezeichnet), besteht kein Risiko einer Abstoßung oder Krankheitsübertragung durch Spender.
Was dies für Ihre Behandlungsentscheidung bedeutet
Diese Studie liefert objektive Belege dafür, dass eine MFAT-Injektion die Knorpelgesundheit in arthrotischen Knien positiv beeinflussen kann. Im Gegensatz zu Behandlungen, die nur Symptome überdecken, scheint dieser Ansatz tatsächliche Knorpelreparaturprozesse auf molekularer Ebene zu unterstützen.
Wichtige Punkte zur Beachtung:
Die spezialisierte MRT-Technik erfasste echte Veränderungen in der Knorpelzusammensetzung
Die Vorteile hielten während des gesamten zweijährigen Studienzeitraums an
Eine einzige Injektion war ausreichend für die beobachteten Verbesserungen
Drei von 17 Patienten benötigten dennoch eine Knieprothese, was darauf hindeutet, dass die Behandlung nicht bei jedem wirkt
An der Studie nahmen Patienten mit fortgeschrittener Arthrose teil (Kellgren-Lawrence Grad III und IV), was nahelegt, dass auch Patienten mit erheblicher Gelenkschädigung profitieren können. Allerdings bedeutet die geringe Anzahl an Patienten, die die vollständige Nachbeobachtung abschlossen (10 von 17), dass größere Studien diese Ergebnisse untermauern sollten.
Wenn Sie Lipogems® bei Kniearthrose in Betracht ziehen, deutet diese Forschung darauf hin, dass die Behandlung mehr bewirken könnte als nur Schmerzen zu lindern – sie könnte dazu beitragen, Ihren verbliebenen Knorpel zu schützen und zu verbessern. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Ihr Arthrosestadium und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand Sie zu einem geeigneten Kandidaten für diesen regenerativen Ansatz machen.
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Quelle: Borić et al., Genes, 2019.
Originalpublikation
A 24-Month Follow-Up Study of the Effect of Intra-Articular Injection of Autologous Microfragmented Fat Tissue on Proteoglycan Synthesis in Patients with Knee Osteoarthritis
Igor Borić, Damir Hudetz, Eduard Rod, Željko Jeleč, Trpimir Vrdoljak, Andrea Skelin, Ozren Polašek, Mihovil Plečko, Irena Trbojević-Akmačić, Gordan Lauc, Dragan Primorac · Genes · 2019
Osteoarthritis (OA) is a widely prevalent disease worldwide that requires evaluation by multimodality imaging assessment. This prospective, non-randomized, interventional, single-center, open-label clinical trial evaluated the effect of intra-articular injection of autologous microfragmented adipose tissue on knee OA over 24 months. The study was conducted from January 2016 to April 2018 and enrolled 17 patients with 32 knees assessed at 12-month follow-up, though only 10 patients with 18 knees completed the 24-month follow-up. Surgical intervention involved lipoaspiration, tissue processing, and intra-articular injection of microfragmented adipose tissue into affected knees. Patients were assessed using visual analog scale (VAS) and delayed gadolinium-enhanced magnetic resonance imaging of cartilage (dGEMRIC) at baseline, three, six, 12, and 24 months post-treatment. The dGEMRIC technique assessed glycosaminoglycan (GAG) content in cartilage through infiltration of anionic, negatively-charged contrast gadopentetate dimeglumine (Gd-DTPA²⁻). Results demonstrated that cartilage GAG content significantly increased in specific areas of treated knee joints. Over half of measurements showed relevant improvement 24 months after injection, contrasting the expected GAG decrease during natural disease progression. These findings suggest that single intra-articular injection of autologous microfragmented adipose tissue improves GAG content on a significant scale in knee OA patients.