Wie Lipogems® Gelenkentzündungen lindern kann
Valentina Coccè, Eleonora Martegani, Francesca Paino, Luisa Doneda, Giulio Alessandri, Barbara Manfredi, Aldo Giannì, Emilio Ciusani, Elena Colombani, Carlo Tremolada, Augusto Pessina · Mediators of Inflammation · 2024
Laborstudie zeigt: Fettgewebe setzt entzündungshemmende Signale frei
Wenn Ärzte Lipogems® zur Behandlung von Gelenkproblemen einsetzen, injizieren sie speziell aufbereitetes Fettgewebe aus Ihrem eigenen Körper. Doch wie genau hilft das bei der Reduzierung von Entzündungen? Forscher in Italien machten es sich zur Aufgabe, diese Frage zu beantworten, indem sie untersuchten, was geschieht, wenn mikrofragmentiertes Fettgewebe (MFAT) natürliche Substanzen in die umliegenden Bereiche freisetzt. Dieser Prozess wird als „parakrine Signalübertragung" bezeichnet – im Wesentlichen kommunizieren Zellen, indem sie hilfreiche Moleküle freisetzen.
Das MFAT-Sekretom reduzierte wichtige Entzündungsmarker
Das Forschungsteam entnahm Fettgewebeproben von sechs Frauen und verarbeitete diese mit dem Lipogems®-Gerät. Anschließend untersuchten sie das „Sekretom" – die Mischung aus Proteinen, Wachstumsfaktoren und anderen Substanzen, die das Fettgewebe auf natürliche Weise freisetzt. Als sie Immunzellen namens Makrophagen diesem Sekretom aussetzten, stellten sie signifikante entzündungshemmende Effekte fest.
Konkret reduzierte das Sekretom die Produktion von zwei wichtigen Entzündungssignalen:
MCP-1 (ein Protein, das Immunzellen in entzündete Bereiche lockt)
RANTES (ein weiteres Protein, das an der Aktivierung von Immunzellen beteiligt ist)
Durch die Senkung dieser Signale kann das MFAT-Sekretom möglicherweise dazu beitragen, eine übermäßige Ansammlung von Immunzellen in Gelenken zu verhindern – ein Schlüsselfaktor bei anhaltenden Entzündungen und Schmerzen.
Das Oberflächenprotein ICAM-1 sank auf Immunzellen deutlich ab
Einer der bemerkenswertesten Befunde der Studie betraf ein Protein namens ICAM-1. Dieses Protein befindet sich auf der Oberfläche von Immunzellen und fungiert als eine Art „Haftfläche", die Immunzellen hilft, sich an Blutgefäßwände anzuheften und in entzündetes Gewebe einzuwandern. Die Forscher stellten fest, dass das MFAT-Sekretom die ICAM-1-Spiegel auf Makrophagen signifikant reduzierte.
Wenn Immunzellen weniger ICAM-1 aufweisen, sind sie weniger in der Lage, in Gelenke einzuwandern und Entzündungen zu verursachen. Dies deutet darauf hin, dass Lipogems® teilweise wirkt, indem es entzündlichen Zellen erschwert wird, sich in betroffenen Bereichen anzusammeln.
Keine Auswirkung auf normales Zellwachstum oder Krebszellen – ein Sicherheitsbefund
Ein wichtiger Aspekt jeder Behandlung ist das Verständnis, ob sie unerwünschte Wirkungen haben könnte. Die Forscher testeten, ob das MFAT-Sekretom das Wachstum verschiedener Zelltypen beeinflusst, darunter:
Normale menschliche Hautzellen
Gesunde Stammzellen
Bauchspeicheldrüsenkrebszellen
Melanomzellen (Hautkrebszellen)
Die Ergebnisse zeigten keine signifikante Auswirkung auf das Wachstum dieser Zelltypen. Dieser Befund unterstützt das Sicherheitsprofil von MFAT-basierten Behandlungen und deutet darauf hin, dass sie kein abnormales Zellwachstum fördern.
Was das für Patienten bedeutet, die Lipogems® in Betracht ziehen
Diese Laborstudie hilft zu erklären, auf welche Weise Lipogems® Gelenkentzündungen reduzieren kann. Anstatt nur physische Polsterung oder strukturelle Unterstützung zu bieten, setzt das aufbereitete Fettgewebe aktiv Substanzen frei, die Entzündungsreaktionen beruhigen. Die Forschung deutet darauf hin, dass diese natürlichen Signale:
Die Produktion von Proteinen senken können, die Immunzellen anlocken
Die „Klebrigkeit" von Immunzellen reduzieren und so deren Einwanderung in Gelenke begrenzen
Diese Effekte erzielen, ohne unerwünschtes Zellwachstum zu fördern
Es ist wichtig zu beachten, dass dies eine „In-vitro"-Studie war, was bedeutet, dass sie in Laborschalen und nicht an lebenden Patienten durchgeführt wurde. Obwohl diese Ergebnisse vielversprechend sind, zeigen sie, was unter kontrollierten Bedingungen geschieht. Das Forschungsteam kam zu dem Schluss, dass die klinische Wirksamkeit von MFAT bei der Behandlung von Gelenkentzündungen teilweise auf diese parakrinen (signalgebenden) Effekte zurückzuführen sein könnte.
Ein Puzzleteil zum Verständnis des Behandlungsnutzens
Diese Studie erweitert unser Verständnis dafür, warum Patienten häufig von Linderung nach Lipogems®-Behandlungen berichten. Die hier identifizierten entzündungshemmenden Eigenschaften ergänzen, was Ärzte bereits über das regenerative Potenzial von MFAT wissen. Für Patienten mit Gelenkentzündungen liefert diese Forschung wissenschaftliche Belege dafür, dass die Behandlung mehr bewirkt als nur Material in ein Gelenk zu injizieren – sie kann aktiv dazu beitragen, den Entzündungsprozess selbst zu reduzieren.
Wenn Sie Lipogems® bei Gelenkentzündungen in Betracht ziehen, bietet diese Studie die Gewissheit, dass die Behandlung messbare biologische Wirkungen hat, die ihren klinischen Einsatz unterstützen. Besprechen Sie wie immer Ihre spezifische Situation mit Ihrem behandelnden Arzt, um festzustellen, ob dieser Ansatz für Sie geeignet ist.
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Quelle: Coccè et al., Mediators of Inflammation, 2024.
Originalpublikation
Secretome from Human Micro-Fragmented Adipose Tissue Affects In Vitro Monocytes/Macrophages Inflammatory Activity by ICAM-1 Expression
Valentina Coccè, Eleonora Martegani, Francesca Paino, Luisa Doneda, Giulio Alessandri, Barbara Manfredi, Aldo Giannì, Emilio Ciusani, Elena Colombani, Carlo Tremolada, Augusto Pessina · Mediators of Inflammation · 2024
Micro-fragmented adipose tissue (MFAT) is regarded as one of the simplest and most practical biological preparations for clinical applications in tissue regenerative medicine. The clinical effectiveness of MFAT is attributed to its content of cells and growth factors that facilitate tissue regeneration. In this study, we investigated the biological activity of the secretome derived from cultured micro-fragmented adipose tissue. Our primary focus was on its ability to influence the production of two inflammatory cytokines, RANTES (Regulated and Normal T Cell Expressed and Secreted) and MCP-1 (Monocyte Chemoattractant Protein-1), using ELISA assays, as well as its impact on the expression of Cell Adhesion Molecules (CAMs) on U-937 macrophages via flow cytometry. We also explored the potential of the MFAT secretome to affect the proliferation of both normal and cancer cells. Our results showed that the MFAT secretome inhibited the production of MCP-1 and RANTES, significantly reduced the expression of ICAM-1 (Intercellular Adhesion Molecule 1) on U-937 macrophages and had no impact on the proliferation of normal or cancer cells. These findings suggest that the MFAT secretome is relatively safe and exhibits anti-inflammatory properties, supporting the idea that its clinical effectiveness in treating joint inflammation may, in part, be due to its paracrine effects.