Zwei Behandlungen bei früher Kniearthrose im Vergleich
Ignacio Dallo, Dawid Szwedowski, Ali Mobasheri, Eleonora Irlandini, Alberto Gobbi · Stem Cells and Development · 2021
Ein Forschungsteam in Italien untersuchte zwei vielversprechende Optionen für Menschen mit früher Kniearthrose. Beide Behandlungen nutzen die körpereigenen Heilungsressourcen. Diese Studie hilft Patienten zu verstehen, welcher Ansatz für ihre Situation besser geeignet sein könnte.
Achtzig Knie über ein Jahr untersucht
Die Forscher nahmen 50 Patienten mit früher Kniearthrose in die Studie auf. Dreißig Patienten hatten Arthrose in beiden Knien, sodass insgesamt 80 Knie untersucht wurden. Die Teilnehmer waren durchschnittlich 61 Jahre alt und hatten Schmerzen, die auf entzündungshemmende Medikamente nicht gut ansprachen. Bei allen wurde eine leichte Arthrose durch Röntgenaufnahmen und MRT-Untersuchungen bestätigt.
Die Patienten wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeordnet:
Gruppe 1 erhielt drei Injektionen mit plättchenreichem Plasma in Kombination mit Hyaluronsäure im Abstand von jeweils einem Monat
Gruppe 2 erhielt eine einzelne Injektion mit mikrofragmentiertem Fettgewebe (speziell aufbereitetes Fett aus dem eigenen Körper)
Beide Behandlungen verbesserten Schmerzen und Funktion
Die gute Nachricht: Patienten in beiden Gruppen erlebten eine bedeutsame Verbesserung. Nach sechs und zwölf Monaten trugen beide Behandlungsansätze dazu bei, Schmerzen zu reduzieren und die Alltagsfunktion zu verbessern. Dies bestätigt, dass regenerative Behandlungen echte Vorteile bei früher Kniearthrose bieten.
Die Forscher verfolgten den Fortschritt mithilfe mehrerer validierter Fragebögen. Diese erfassten Schmerzniveau, Kniesymptome und die Fähigkeit, körperliche Aktivitäten auszuführen. Beide Gruppen zeigten statistisch signifikante Verbesserungen bei allen Messgrößen.
Fettgewebehandlung zeigte Vorteile in wichtigen Bereichen
Obwohl beide Behandlungen wirkten, schnitt die Gruppe mit mikrofragmentiertem Fettgewebe bei bestimmten Messgrößen besser ab. Nach sechs Monaten hatte diese Gruppe signifikant bessere Ergebnisse in zwei Bereichen:
Tegner-Aktivitätsscore (misst das körperliche Aktivitätsniveau)
KOOS-Symptome (misst kniespezifische Symptome wie Schwellung und Steifigkeit)
Nach zwölf Monaten hielt der Vorteil an. Die Fettgewebegruppe behielt signifikant höhere Tegner-Werte im Vergleich zur Gruppe mit plättchenreichem Plasma. Dies deutet darauf hin, dass Patienten zu anspruchsvolleren körperlichen Aktivitäten zurückkehren konnten.
Eine Injektion versus drei: Ein praktischer Unterschied
Ein wichtiger praktischer Befund ergab sich aus diesem Vergleich. Die Behandlung mit mikrofragmentiertem Fettgewebe erforderte nur eine Injektion. Der Ansatz mit plättchenreichem Plasma benötigte drei separate Injektionen über drei Monate. Für vielbeschäftigte Patienten oder solche, die Nadeln nicht mögen, können weniger Behandlungen von Bedeutung sein.
Der Ansatz mit einer einzelnen Injektion bedeutet auch weniger Praxisbesuche. Dies könnte die Gesamtbelastung durch die Behandlung reduzieren und gleichzeitig möglicherweise bessere Ergebnisse liefern.
Was das für Ihre Behandlungsentscheidung bedeutet
Diese Studie legt nahe, dass mikrofragmentiertes Fettgewebe bedeutsame Vorteile bei früher Kniearthrose bietet. Beide Behandlungen brachten Linderung, aber der Fettgewebeansatz zeigte Vorteile bei den Messgrößen zur körperlichen Aktivität. Diese Ergebnisse sprechen dafür, die Lipogems®-Technologie bei der Erkundung regenerativer Optionen in Betracht zu ziehen.
Die Forscher weisen jedoch auf einige Einschränkungen hin. Die Studie war nicht verblindet, das heißt, die Patienten wussten, welche Behandlung sie erhielten. Der Nachbeobachtungszeitraum von zwölf Monaten lässt keine Aussagen über längerfristige Ergebnisse zu. Größere Studien mit längeren Beobachtungszeiträumen würden diese Erkenntnisse untermauern.
Für Patienten mit früher Kniearthrose, die eine Operation vermeiden oder hinauszögern möchten, zeigen regenerative Behandlungen vielversprechende Ergebnisse. Diese Forschung ergänzt die wachsende Evidenz, dass die körpereigenen Gewebe ein starkes Heilungspotenzial besitzen.
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Quelle: Dallo et al., Stem Cells and Development, 2021.
Originalpublikation
A Prospective Study Comparing Leukocyte-Poor Platelet-Rich Plasma Combined with Hyaluronic Acid and Autologous Microfragmented Adipose Tissue in Patients with Early Knee Osteoarthritis
Ignacio Dallo, Dawid Szwedowski, Ali Mobasheri, Eleonora Irlandini, Alberto Gobbi · Stem Cells and Development · 2021
This prospective study compared the clinical efficacy of repeated doses of leucocyte-poor platelet-rich plasma combined with hyaluronic acid (LP-PRP + HA) versus a single dose of autologous microfragmented adipose tissue (AMAT) injections in patients with early knee osteoarthritis. Eighty knees in 50 patients (mean age 61.3 years) were randomly allocated into two equal groups and followed for 12 months. Group 1 received three intra-articular injections of LP-PRP + HA administered one month apart, while Group 2 received a single AMAT injection. Outcomes were assessed using patient-reported outcome measures including Tegner score, Marx activity scale, visual analog scale for pain, and Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score (KOOS) at 6 and 12 months. Both treatment groups demonstrated significant clinical and functional improvement at 6 and 12 months. Group 2 (AMAT) showed statistically significant superior results compared to Group 1 in Tegner score and KOOS symptoms at 6 months, and in Tegner score at 12 months (all P < 0.05). The study concluded that both LP-PRP + HA and AMAT lead to clinical improvement, but AMAT demonstrated better outcomes in activity level and symptom scores. Long-term randomized controlled studies are needed to verify these efficacy differences.