Starke Knieschmerzen nach einmaliger Fettgewebeinjektion verbessert

R.D. Striano, H. Chen, N. Bilbool, K. Azatullah, J. Hilado, K. Horan · Regenerative Medicine · 2015

Schmerzwert des Patienten sank nach Behandlung von 8 auf 0

Dieser Fallbericht begleitet einen 59-jährigen Mann mit schwerer Kniearthrose und einem Meniskusriss. Er hatte bereits viele Behandlungen ohne Erfolg ausprobiert. Dazu gehörten entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie, Kortison-Injektionen und Hyaluronsäure-Injektionen. Er unterzog sich sogar einer arthroskopischen Operation zur Reparatur seines Meniskus, doch seine Schmerzen verschlechterten sich danach. Vor der Behandlung lag sein Schmerzwert bei 8 von 10. Ein Jahr nach einer einzigen Lipogems®-Injektion sank sein Schmerzwert auf null.

Kniefunktion verdoppelte sich nahezu innerhalb eines Jahres

Die Ärzte verfolgten den Fortschritt des Patienten mithilfe des KOOS-Scores. Dieser misst Schmerz, Funktion und Lebensqualität auf einer Skala, bei der 100 das Optimum darstellt. Vor der Behandlung erreichte der Patient nur 45 Punkte. Ein Jahr nach der Injektion verbesserte sich sein Wert auf 92,9. Diese deutliche Verbesserung trat ein, ohne dass weitere Medikamente oder Behandlungen zur Fettgewebeinjektion hinzugefügt wurden.

MRT zeigte Verdoppelung der Knorpeldicke nach sechs Monaten

Der vielleicht bemerkenswerteste Befund stammte aus den MRT-Kontrolluntersuchungen. Sechs Monate nach der Behandlung zeigten die Aufnahmen, dass der Knorpel über dem inneren Kniebereich dicker geworden war. Die anfängliche Messung ergab eine Knorpeldicke von 0,75 Millimetern. Sechs Monate später hatte sich diese auf 1,5 Millimeter verdoppelt. Auch der Gelenkspalt erschien breiter, was auf eine verbesserte Polsterung zwischen den Knochen hindeutet.

Wie die Behandlung funktioniert

Das Verfahren nutzte die Lipogems®-Technologie zur Aufbereitung des körpereigenen Fettgewebes des Patienten. Eine kleine Menge Fett wurde mit einem minimalinvasiven Verfahren aus dem Bauchbereich entnommen. Dieses Fett wurde dann in einem geschlossenen System ohne Zugabe von Enzymen oder Chemikalien aufbereitet. Das Ergebnis waren winzige Fettcluster von etwa einem halben Millimeter Größe. Diese Cluster enthalten die natürlichen regenerativen Zellen des Körpers, einschließlich Perizyten (Helferzellen, die die Heilung unterstützen).

Das aufbereitete Fettgewebe wurde dann unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle direkt in das Kniegelenk injiziert. Dies ermöglichte den Ärzten, das Material präzise dort zu platzieren, wo es am meisten benötigt wurde. Das gesamte Verfahren verwendete ausschließlich körpereigenes Gewebe des Patienten. Es wurden keine Medikamente oder andere biologische Produkte hinzugefügt.

Warum sich dieser Ansatz von anderen Behandlungen unterscheidet

  • Natürliche Heilungsunterstützung: Das Fettgewebe bietet Polsterung und liefert gleichzeitig regenerative Zellen

  • Minimale Verarbeitung: Anders als bei einigen Stammzellbehandlungen bleibt bei dieser Technik die natürliche Gewebestruktur erhalten

  • Keine Enzyme oder Zusatzstoffe: Das Fett wird mechanisch aufbereitet, chemische Verdauung wird vermieden

  • Einmaliges Verfahren: Der Patient erhielt eine Injektion und wurde über einen längeren Zeitraum auf Verbesserungen hin beobachtet

Was dies für Patienten wie Sie bedeutet

Dieser Fallbericht ist Teil einer größeren Studie mit 100 Patienten, die von einer Ethikkommission genehmigt wurde. Obwohl Ergebnisse eines einzelnen Patienten keine Garantie für ähnliche Resultate bei allen Betroffenen geben können, bieten sie Hoffnung für Menschen mit hartnäckigen Knieschmerzen. Der Patient in dieser Studie hatte nahezu jede Standardbehandlung ohne Linderung ausprobiert. Seine Knieschmerzen hatten weder auf eine Operation noch auf Injektionen oder Medikamente angesprochen.

Die Kombination aus Schmerzlinderung, verbesserter Funktion und sichtbaren Knorpelveränderungen im MRT deutet darauf hin, dass mikrofragmentiertes Fettgewebe echte Heilung unterstützen kann. Die Forscher stellen fest, dass diese Behandlung bei therapieresistenten Knieschmerzen vielversprechend erscheint. Sie räumen jedoch auch ein, dass weitere Forschung erforderlich ist, um diese Ergebnisse bei größeren Patientengruppen zu bestätigen.

Wenn Sie an einer Kniearthrose mit Meniskusschaden leiden, die auf andere Behandlungen nicht angesprochen hat, könnte es sich lohnen, diesen regenerativen Ansatz mit Ihrem Arzt zu besprechen. Das Verfahren verwendet Ihr eigenes Gewebe, was das Abstoßungsrisiko reduziert. Es vermeidet auch die Nebenwirkungen, die mit einer langfristigen Medikamenteneinnahme verbunden sind.

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Quelle: Striano et al., Regenerative Medicine, 2015.

Originalpublikation

Non-Responsive Knee Pain with Osteoarthritis and Concurrent Meniscal Disease Treated With Autologous Micro-Fragmented Adipose Tissue Under Continuous Ultrasound Guidance

R.D. Striano, H. Chen, N. Bilbool, K. Azatullah, J. Hilado, K. Horan · Regenerative Medicine · 2015

Adipose tissue has gained increased interest in the medical and scientific community over the last few years as a source for ortho-biologic therapies. It is readily accessible and simple to harvest. Adipose can be used to provide cushioning and filling of structural defects and has been shown to have an abundance of bioactive elements and regenerative perivascular cells. This study evaluates the potential benefits of injecting a severely arthritic knee with concurrent meniscal disease with micro-fragmented non-digested adipose tissue using a novel technique by obtaining minimally manipulated and micronized fat tissue with intact stromal vascular niches harboring regenerative cellular elements. The case is a 59-year-old male with severe knee pain who failed multiple treatments, including arthroscopic meniscal surgery, with MRI revealing osteoarthritis, medial meniscal tear, and chondromalacia patella. Micro-fragmented fat was obtained using a minimal manipulation technique in a closed system (Lipogems®), without enzymes or additives, yielding fat clusters of approximately 500 microns. The micronized fat was injected under continuous ultrasound guidance into the joint and meniscal defects. One year post-treatment, VAS pain score improved from 8 to 0, and KOOS improved from 45 to 92.9. Six-month MRI revealed improved cartilage signal and thickness over the medial femoral condyle (0.75 mm to 1.5 mm) with widened joint space. Autologous micro-fragmented adipose tissue injection appears to be a promising and viable treatment for non-responsive knee pain with osteoarthritis.

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