Stammzellen aus Fettgewebe zeigen vielversprechende Ergebnisse bei früher Kniearthrose
Alfredo Schiavone Panni, Michele Vasso, Adriano Braile, Giuseppe Toro, Annalisa De Cicco, Davide Viggiano, Federica Lepore · International Orthopaedics · 2018
Studie untersucht kombinierten Ansatz: Arthroskopie plus Fettgewebeinjektion
Forscher in Italien wollten herausfinden, ob die Kombination zweier Behandlungen Menschen mit früher Kniearthrose helfen kann. Die erste Behandlung war ein arthroskopisches Debridement – ein minimalinvasiver Eingriff zur Entfernung von geschädigtem Gewebe im Knieinneren. Die zweite war eine Injektion von Stammzellen, die aus dem körpereigenen Fettgewebe der Patienten gewonnen und mit der Lipogems®-Technologie aufbereitet wurden. Diese Studie begleitete 52 Patienten über durchschnittlich etwa 15 Monate, um Schmerzlinderung und verbesserte Kniefunktion zu messen.
Patienten erleben deutliche Schmerzreduktion nach der Behandlung
Vor der Behandlung gaben die Patienten einen durchschnittlichen Schmerzwert von 8,5 von 10 an. Bei der abschließenden Nachuntersuchung sank der Schmerz auf durchschnittlich 5,1 – eine bedeutsame Verbesserung. Die Forscher verwendeten die VAS-Schmerzskala, ein standardisiertes Instrument, bei dem Null keinen Schmerz und Zehn den schlimmstmöglichen Schmerz bedeutet. Diese etwa 40-prozentige Schmerzreduktion half vielen Patienten, ihre alltäglichen Aktivitäten mit deutlich mehr Komfort wieder aufzunehmen.
Kniefunktionswerte verdoppeln sich nahezu in einigen Bereichen
Die Studie maß die Kniegesundheit mit dem Bewertungssystem der International Knee Society (IKS). Dieses Instrument bewertet sowohl den körperlichen Zustand des Knies als auch die Fähigkeit der Patienten, alltägliche Aufgaben zu bewältigen.
Knie-Score verbesserte sich von durchschnittlich 37 Punkten vor der Operation auf 63 Punkte danach
Funktions-Score stieg von durchschnittlich 57 Punkten auf 83 Punkte
Beide Verbesserungen waren statistisch signifikant, das heißt, sie waren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zufällig
Diese Fortschritte deuten darauf hin, dass die Behandlung den Patienten half, sich leichter zu bewegen und im Alltag weniger Steifigkeit zu verspüren.
Patienten mit höheren Schmerzwerten sprechen am besten auf die Behandlung an
Eines der interessantesten Ergebnisse war, dass Patienten mit anfänglich stärkeren Schmerzen den größten Nutzen zeigten. Diejenigen mit Schmerzwerten über acht vor der Behandlung erfuhren größere Verbesserungen sowohl bei der Schmerzlinderung als auch bei der Funktion im Vergleich zu Patienten mit niedrigeren Ausgangswerten. Dies deutet darauf hin, dass die Behandlung besonders gut bei Menschen wirken könnte, deren frühe Arthrose erhebliche Beschwerden verursacht, selbst wenn Röntgenaufnahmen nur leichte Gelenkschäden zeigen.
Minimalinvasives Verfahren nutzt Ihr eigenes Gewebe
Die Behandlung verwendet autologes Gewebe – also Ihre eigenen Fettzellen, kein Spendermaterial. Die Chirurgen entnahmen eine kleine Menge Fett aus dem Bauchbereich mittels einer schonenden Liposuktionstechnik. Dieses Gewebe wurde dann mit dem Lipogems®-System aufbereitet, das das Fett in winzige Fragmente zerkleinert und dabei die regenerativen Zellen im Inneren erhält. Etwa 10 bis 15 Milliliter dieses aufbereiteten Gewebes wurden direkt in das Kniegelenk injiziert.
Der gesamte Eingriff – Arthroskopie und Fettgewebeinjektion – wurde in einer einzigen operativen Sitzung durchgeführt. Dieser Ansatz vermeidet die Komplexität und Kosten der Zellkultivierung im Labor, die einige andere Stammzelltherapien erfordern.
Was das für Ihre Behandlungsentscheidung bedeutet
Diese Studie liefert ermutigende erste Hinweise, dass eine Stammzelltherapie aus Fettgewebe in Kombination mit arthroskopischer Gelenksäuberung Menschen mit früher Kniearthrose helfen kann. Die Behandlung erwies sich als sicher, nutzte körpereigenes Gewebe und führte zu bedeutsamen Verbesserungen bei Schmerz und Funktion über mehr als ein Jahr Nachbeobachtung.
Allerdings handelte es sich um eine vorläufige Studie ohne Vergleichsgruppe, die eine andere Behandlung erhielt. Größere Studien mit längeren Nachbeobachtungszeiträumen werden helfen, diese Ergebnisse zu bestätigen. Wenn Sie an früher Kniearthrose leiden und andere Behandlungen keine ausreichende Linderung gebracht haben, legt diese Forschung nahe, dass regenerative Ansätze mit Ihrem eigenen Fettgewebe ein Gespräch mit Ihrem Arzt wert sein könnten.
Quelle: Schiavone Panni et al., International Orthopaedics, 2018.
Originalpublikation
Preliminary results of autologous adipose-derived stem cells in early knee osteoarthritis: identification of a subpopulation with greater response
Alfredo Schiavone Panni, Michele Vasso, Adriano Braile, Giuseppe Toro, Annalisa De Cicco, Davide Viggiano, Federica Lepore · International Orthopaedics · 2018
This study evaluated clinical and functional outcomes of autologous adipose-derived stem cells (aASCs) combined with arthroscopic debridement for early knee osteoarthritis (KOA). Fifty-two patients with early KOA (Kellgren-Lawrence grades 0-II) received arthroscopic debridement followed by intra-articular injection of aASCs obtained through minimally manipulated microfragmented adipose tissue without enzymatic treatment or cell expansion. Patients were retrospectively analyzed at mean 15.3 months follow-up (range 6-24 months) using International Knee Society (IKS) knee and function scores and Visual Analog Scale (VAS) pain assessment. Results demonstrated significant improvements in all outcome measures. Mean IKS knee score improved from 37.4 preoperatively to 62.6 at final follow-up (p<0.01). Mean IKS function score improved from 57.2 to 83.0 (p<0.01). Mean VAS score decreased from 8.5 preoperatively to 5.1 at final follow-up (p<0.01). Notably, patients with preoperative VAS scores greater than 8 demonstrated superior clinical and functional benefits compared to those with lower preoperative pain scores. The study concludes that intra-articular aASCs injection combined with arthroscopic debridement significantly improved clinical and functional outcomes in early KOA patients at mid-term follow-up, with patients experiencing higher baseline pain levels showing the greatest response to treatment.