Fettgewebeinjektionen zeigen Anzeichen einer Knorpelreparatur bei Kniearthrose
Damir Hudetz, Igor Borić, Eduard Rod, Željko Jeleč, Andrej Radić, Trpimir Vrdoljak, Andrea Skelin, Gordan Lauc, Irena Trbojević-Akmačić, Mihovil Plečko, Ozren Polašek, Dragan Primorac · Genes · 2017
Studie verfolgt Knorpelgesundheit mittels moderner MRT-Technologie
Diese kroatische Studie aus dem Jahr 2017 untersuchte, ob die Injektion von aufbereitetem Fettgewebe in arthrotische Knie beim Wiederaufbau von Knorpel helfen kann. Die Forscher beobachteten 17 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Kniearthrose über einen Zeitraum von 12 Monaten. Sie verwendeten eine spezialisierte MRT-Technik, die die Bausteine gesunden Knorpels messen kann. Dieser Ansatz ermöglichte es ihnen, Veränderungen im Knorpel selbst zu erkennen – nicht nur Verbesserungen bei den Schmerzen.
Schützende Knorpelmoleküle nahmen nach der Behandlung zu
Die Forscher konzentrierten sich auf Glykosaminoglykane (GAGs), essentielle Moleküle, die dem Knorpel seine stoßdämpfende Fähigkeit verleihen. Stellen Sie sich GAGs als winzige Schwämme in Ihrem Knorpel vor, die Stöße absorbieren, wenn Sie gehen oder Treppen steigen. Bei Arthrose werden diese Moleküle abgebaut, wodurch der Knorpel seine schützenden Eigenschaften verliert.
Mit einem speziellen MRT-Verfahren namens dGEMRIC stellte das Team fest, dass der GAG-Gehalt in bestimmten Bereichen der behandelten Knie signifikant anstieg. Dies ist ein ermutigendes Zeichen, denn es deutet darauf hin, dass der Knorpel tatsächlich seine schützende Struktur wiederaufbaute – und sich nicht nur vorübergehend besser anfühlte.
Einzelinjektion mit körpereigenem Fettgewebe
Jeder Patient erhielt eine Injektion mit Lipogems® mikrofragmentiertem Fettgewebe (speziell aufbereitetes Fett aus dem eigenen Körper). Das Verfahren umfasste:
Entnahme von Fettgewebe durch einen kleinen liposuktiven Eingriff
Aufbereitung des Fetts zur Konzentration heilungsfördernder Zellen bei gleichzeitigem Erhalt der Gewebestruktur
Injektion des aufbereiteten Gewebes direkt in das betroffene Kniegelenk
Da die Behandlung körpereigenes Gewebe verwendet, besteht kein Abstoßungsrisiko. Das Fettgewebe enthält Perizyten und mesenchymale Stammzellen, die die natürlichen Reparaturprozesse des Körpers unterstützen.
Schmerzwerte verbesserten sich parallel zu den Knorpelveränderungen
Die Patienten dokumentierten ihre Schmerzintensität anhand einer visuellen Analogskala zu Studienbeginn sowie nach drei, sechs und 12 Monaten. Die Schmerzverbesserungen entsprachen den MRT-Befunden. Wenn der GAG-Gehalt des Knorpels in einem bestimmten Bereich zunahm, berichteten die Patienten typischerweise über weniger Schmerzen. Diese Verbindung zwischen messbaren Knorpelveränderungen und dem tatsächlichen Befinden der Patienten unterstreicht die Aussagekraft der Ergebnisse.
Moderne Bildgebung zeigt, was Röntgenaufnahmen nicht können
Standard-Röntgenaufnahmen zeigen nur Knochen und Gelenkspalt. Sie können frühe Knorpelschäden oder -reparaturen nicht erkennen. Die in dieser Studie verwendete dGEMRIC-Technik funktioniert anders. Sie nutzt ein Kontrastmittel, das je nach vorhandenem GAG-Gehalt unterschiedlich stark in den Knorpel aufgenommen wird. Gesunder Knorpel mit reichlich GAGs erscheint anders als geschädigter Knorpel mit reduziertem GAG-Gehalt.
Dieser bildgebende Ansatz ermöglichte es den Forschern, die Knorpelgesundheit auf molekularer Ebene zu verfolgen. Er zeigte auch, dass Verbesserungen der Knorpelqualität die mechanische Beinachse der Patienten beeinflussten und so möglicherweise die abnorme Belastung des Gelenks reduzierten.
Was dies für Patienten bedeutet, die eine Behandlung in Erwägung ziehen
Diese Studie liefert erste Hinweise darauf, dass die Injektion von mikrofragmentiertem Fettgewebe mehr bewirken könnte als nur Schmerzlinderung. Sie deutet darauf hin, dass die Behandlung dem Knorpel helfen könnte, seine schützende Struktur wiederaufzubauen. Patienten sollten jedoch einige wichtige Punkte beachten:
Es handelte sich um eine kleine Studie mit 17 Patienten und 32 behandelten Knien
Es gab keine Kontrollgruppe, die eine Placebo-Injektion erhielt
Alle Patienten hatten mittelschwere bis schwere Arthrose (Kellgren-Lawrence-Stadium III und IV)
Die Ergebnisse wurden nur über 12 Monate verfolgt
Die Ergebnisse sind vielversprechend, da derzeitige Arthrose-Behandlungen wie Kortikosteroid-Injektionen in der Regel nur vorübergehende Linderung bieten. Sie gehen nicht gegen den zugrundeliegenden Knorpelabbau vor. Diese Studie deutet darauf hin, dass Fettgewebeinjektionen anders wirken könnten, indem sie die tatsächliche Gewebereparatur unterstützen.
Größere Studien mit Kontrollgruppen sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen. Doch für Patienten, die nach Alternativen zum Gelenkersatz suchen, trägt diese Forschung zur wachsenden Evidenz bei, dass regenerative Ansätze mit körpereigenem Gewebe bedeutsame Vorteile bieten können.
Quelle: Hudetz et al., Genes, 2017.
Originalpublikation
The Effect of Intra-articular Injection of Autologous Microfragmented Fat Tissue on Proteoglycan Synthesis in Patients with Knee Osteoarthritis
Damir Hudetz, Igor Borić, Eduard Rod, Željko Jeleč, Andrej Radić, Trpimir Vrdoljak, Andrea Skelin, Gordan Lauc, Irena Trbojević-Akmačić, Mihovil Plečko, Ozren Polašek, Dragan Primorac · Genes · 2017
Osteoarthritis (OA) is one of the leading musculoskeletal disorders in the adult population. It is associated with cartilage damage triggered by the deterioration of the extracellular matrix tissue. The present study explores the effect of intra-articular injection of autologous microfragmented adipose tissue to host chondrocytes and cartilage proteoglycans in patients with knee OA. A prospective, non-randomized, interventional, single-center, open-label clinical trial was conducted from January 2016 to April 2017. A total of 17 patients were enrolled in the study, and 32 knees with osteoarthritis were assessed. Surgical intervention (lipoaspiration) followed by tissue processing and intra-articular injection of the final microfragmented adipose tissue product into the affected knee(s) was performed in all patients. Patients were assessed for visual analogue scale (VAS), delayed gadolinium-enhanced magnetic resonance imaging of cartilage (dGEMRIC) and immunoglobulin G (IgG) glycans at the baseline, three, six and 12 months after the treatment. Magnetic resonance sequence in dGEMRIC due to infiltration of the anionic, negatively charged contrast gadopentetate dimeglumine (Gd-DTPA2-) into the cartilage indicated that the contents of cartilage glycosaminoglycans significantly increased in specific areas of the treated knee joint. In addition, dGEMRIC consequently reflected subsequent changes in the mechanical axis of the lower extremities. The results of our study indicate that the use of autologous and microfragmented adipose tissue in patients with knee OA (measured by dGEMRIC MRI) increased glycosaminoglycan (GAG) content in hyaline cartilage, which is in line with observed VAS and clinical results.