Diese Forschung verstehen: Lipogems® bei vaginaler Atrophie

G.A. Casarotti, P. Chiodera, C. Tremolada · 2018

Erste Studie zeigt vollständige Symptomfreiheit nach neun Monaten

Diese kleine, aber vielversprechende Studie aus Italien begleitete drei Frauen mit vaginaler Atrophie nach der Menopause. Alle drei hatten über vier Jahre lang unter den Symptomen gelitten. Standardbehandlungen wie Gele und Feuchtigkeitscremes hatten kaum Linderung gebracht. Die Forscher wollten herausfinden, ob mikrofragmentiertes Fettgewebe (speziell aufbereitetes Fett aus dem eigenen Körper der Patientin) dazu beitragen kann, die vaginale Gesundheit auf natürliche Weise wiederherzustellen.

Starke Trockenheit, Brennen und Schmerzen verschwanden ohne Rückfall

Vor der Behandlung berichteten alle drei Frauen über starke vaginale Trockenheit, Brennen und Juckreiz. Der Geschlechtsverkehr war schmerzhaft, besonders in empfindlichen Bereichen wie dem Scheidenvorhof und den kleinen Schamlippen. Eine der Frauen hatte Jahre zuvor bereits eine Hormontherapie versucht, doch die Symptome waren zurückgekehrt und hatten sich verschlimmert.

Nach den Lipogems®-Injektionen zeigten die Frauen nach sechs Monaten eine deutliche Verbesserung. Nach neun Monaten waren ihre Beschwerden vollständig abgeklungen. Besonders bemerkenswert: Diese Linderung hielt über den gesamten Nachbeobachtungszeitraum von 36 Monaten an. Die Frauen benötigten in dieser Zeit keine erneuten Behandlungen.

Gewebeproben zeigen wiederhergestellte vaginale Vitalität

Die Forscher verließen sich nicht allein auf die Berichte der Patientinnen. Sie entnahmen Gewebeproben vor der Behandlung und erneut nach 36 Monaten. Die Laborbefunde waren eindrucksvoll:

  • Die Glykogenproduktion kehrte zurück — ein Zeichen für gesundes Vaginalgewebe

  • Neue Blutgefäße bildeten sich — was die Gewebeversorgung verbesserte

  • Die oberflächliche Schicht regenerierte sich — die Schutzbarrieren wurden wiederhergestellt

  • Das darunterliegende Gewebe erholte sich — was die langfristige Gesundheit unterstützt

Diese mikroskopischen Veränderungen bestätigten, was die Frauen erlebten. Ihr Vaginalgewebe hatte sich tatsächlich regeneriert und nicht nur vorübergehend verbessert.

Gesunde Vaginalflora kehrte mit korrektem Säuregehalt zurück

Die Menopause stört häufig das vaginale Milieu. Der Östrogenmangel lässt den pH-Wert ansteigen, wodurch schädliche Bakterien gedeihen können, während die nützlichen Laktobazillen verschwinden. Dieses Ungleichgewicht führt zu Infektionen, Geruch und Entzündungen.

Nach der Lipogems®-Behandlung zeigte die Analyse des Vaginalausflusses wiederhergestellte saure pH-Werte. Laktobazillen hatten das vaginale Milieu wieder besiedelt. Dieses natürliche bakterielle Gleichgewicht ist essentiell für die Infektionsprävention und den Erhalt des Wohlbefindens.

Keine Komplikationen oder Nebenwirkungen berichtet

Sicherheit ist bei jedem medizinischen Eingriff stets ein vorrangiges Anliegen. Während der gesamten Studie traten keine Komplikationen oder unerwünschten Ereignisse auf. Der Eingriff wurde ambulant unter leichter Sedierung durchgeführt. Das Fett wurde mit einer schonenden Technik aus dem Bauchbereich entnommen. Das Lipogems®-System verarbeitete dieses Gewebe anschließend ohne Enzyme oder chemische Manipulation.

Da die Behandlung körpereigenes Gewebe verwendet, besteht kein Risiko einer Abstoßungsreaktion oder allergischen Reaktion. Das aufbereitete Fett behält seine natürlichen heilungsfördernden Zellen, einschließlich Perizyten und mesenchymaler Stammzellen, die die Geweberegeneration unterstützen.

Was das für Ihre Behandlungsentscheidung bedeutet

Diese Studie stellt frühe, aber ermutigende Evidenz dar. Drei Patientinnen sind eine kleine Zahl, daher sind größere Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen. Dennoch machen mehrere Aspekte diese Befunde bemerkenswert:

  • Langanhaltende Linderung — Die Wirkung hielt drei Jahre ohne erneute Behandlung an

  • Objektive Bestätigung — Laboranalysen verifizierten die Geweberegeneration

  • Natürlicher Ansatz — Nutzt die körpereigenen Heilungsressourcen

  • Behandelt die Ursache — Regeneriert das Gewebe, anstatt nur Symptome zu überdecken

Eine konventionelle Hormontherapie erfordert eine dauerhafte Anwendung und ist nicht für alle Frauen geeignet. Gleitmittel und Feuchtigkeitscremes bieten nur vorübergehende Linderung. Lipogems® bietet einen anderen Ansatz, indem es das Gewebe selbst potenziell wiederherstellen kann.

Wenn Sie diese Behandlung in Betracht ziehen, besprechen Sie diese Erkenntnisse mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Fragen Sie, wie diese frühen Forschungsergebnisse auf Ihre spezifische Situation zutreffen und welche Ergebnisse Sie realistischerweise erwarten können.

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Quelle: Casarotti et al., None, 2018.

Originalpublikation

Menopause: new frontiers in the treatment of urogenital atrophy

G.A. Casarotti, P. Chiodera, C. Tremolada · 2018

OBJECTIVE: Urogenital atrophy is a degenerative process that may occur during menopause causing debilitating disorders and painful symptomatology. Estrogen therapy slows the onset of atrophy, but it requires ongoing therapy to maintain its effectiveness. To mitigate the degenerative evolutions associated with menopause, patients may benefit from new therapeutic approaches, such as the use of mesenchymal stem cells. Among the many sources, the adipose tissue is considered one of the smartest, due to its abundance and easy access. This study investigated the feasibility and potential benefits of using an autologous adipose tissue to treat the symptoms of urogenital atrophy. PATIENTS AND METHODS: In 2014, the first three women affected by post-menopausal urogenital atrophy were treated with injections of autologous and micro-fragmented adipose tissue (Lipogems®). Clinical outcomes were determined at 3, 6, 9, 12, 18, 24, and 36 months by evaluating vaginal dryness, burning, itching, stranguria, sensitivity, and dyspareunia. Pre-and 36 months post-op biopsies and vaginal discharge were also collected. RESULTS: The three women reported a significant improvement of the symptoms at 6 months with complete resolution at 9 months. This benefit, subjectively reported and confirmed by clinical evaluation, remained constant without recurrence at least until 36 months. Immunohistochemical analysis revealed a total recovery of vaginal vitality with production of glycogen, vasculature hyperplasia and regeneration of the epithelium and subcutaneous tissue at 36 months. The analysis of vaginal discharge showed a restoration of an …

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