Die Wissenschaft hinter Lipogems® verstehen: Wie klinische Ergebnisse zu Entdeckungen im Labor führten

Carlo Tremolada, Camillo Ricordi, Arnold I. Caplan, Carlo Ventura

Fettgewebe enthält eine natürliche „Nachbarschaft" für die Heilung

Als Ärzte erstmals begannen, Lipogems® zur Unterstützung der Heilung bei Patienten einzusetzen, beobachteten sie bemerkenswerte Ergebnisse, die selbst die medizinische Fachwelt überraschten. Dies weckte die Neugier von Forschern, die verstehen wollten, warum die Behandlung so gut wirkte. Was sie entdeckten, war faszinierend: Das Lipogems®-Verfahren bewahrt die sogenannte „stromale vaskuläre Nische". Stellen Sie sich diese als eine kleine Nachbarschaft in Ihrem Fettgewebe vor, in der heilungsfördernde Zellen gemeinsam mit ihren intakten Unterstützungssystemen leben.

Im Gegensatz zu anderen Methoden, die Chemikalien verwenden, um Fettgewebe aufzuspalten und einzelne Zellen zu isolieren, nutzt Lipogems® ausschließlich eine schonende mechanische Aufbereitung. Dadurch bleibt die natürliche Struktur Ihres Gewebes erhalten, und die heilungsfördernden Zellen können in ihrer unterstützenden Umgebung verbleiben.

Ihre körpereigenen Heilungszellen bleiben gesünder, wenn sie zusammenbleiben

Forschungen haben gezeigt, dass die Stammzellen und Perizyten (Helferzellen, die Blutgefäße unterstützen) im Lipogems®-Gewebe mit ihrer natürlichen Umgebung verbunden bleiben. Dies ist wichtig, weil diese Zellen besser funktionieren, wenn sie in ihrer ursprünglichen „Heimat" bleiben. Wissenschaftler fanden heraus, dass Zellen, die mit Lipogems® aufbereitet wurden, wichtige Eigenschaften bewahren:

  • Sie behalten ihre Fähigkeit zur Selbsterneuerung

  • Sie bewahren Gene, die Heilung und Regeneration unterstützen

  • Sie können auf Signale reagieren, die sie zur Entwicklung in verschiedene Gewebetypen anleiten

Lipogems®-Zellen reagieren besser auf Heilungssignale

Eine der interessantesten Entdeckungen wurde gemacht, als Forscher aus Lipogems® gewonnene Zellen mit Zellen verglichen, die durch traditionelle enzymatische Methoden isoliert worden waren. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Bei Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (einer Art physikalischer Energie, die in einigen Therapien eingesetzt wird) zeigten Lipogems®-Zellen eine deutlich stärkere Reaktion.

Diese Zellen wiesen eine größere Fähigkeit auf, sich zu Herzmuskelzellen, Blutgefäßzellen, Skelettmuskelzellen und Nervenzellen zu entwickeln – im Vergleich zu Zellen, die chemisch aus Fettgewebe isoliert worden waren.

Die Behandlung kann sicher für die zukünftige Verwendung aufbewahrt werden

Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist, dass Lipogems®-Gewebe eingefroren und gelagert werden kann, ohne seine vorteilhaften Eigenschaften zu verlieren. Nach dem Auftauen behält das Gewebe seine natürliche Struktur bei. Die darin eingebetteten Stammzellen bleiben lebendig und funktionsfähig. Dies bedeutet, dass Patienten möglicherweise ihr eigenes Gewebe für potenzielle zukünftige Behandlungen einlagern können.

Wie Lipogems® die Heilung Ihres Körpers unterstützen kann

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Lipogems® über mehrere Mechanismen wirkt. Das erhaltene Gewebe fungiert wie ein „langsam freisetzendes Medium", das Heilungsfaktoren genau dorthin abgibt, wo Ihr Körper sie am meisten benötigt. Anstatt einfach Zellen in geschädigte Bereiche einzubringen, scheint die Behandlung:

  • Hilfreiche Proteine und Wachstumsfaktoren über einen längeren Zeitraum freizusetzen

  • Eine günstigere Umgebung für die Heilung Ihrer eigenen Gewebe zu schaffen

  • Die Gesundheit der Blutgefäße durch die erhaltenen Perizyten zu unterstützen

  • Signale zu liefern, die die natürlichen Reparaturprozesse Ihres Körpers „aktivieren"

Eine neue Denkweise in der medizinischen Forschung

Was die Geschichte von Lipogems® einzigartig macht, ist die Umkehrung des typischen Weges medizinischer Entdeckungen. Normalerweise machen Wissenschaftler zuerst Entdeckungen im Labor und testen diese dann an Patienten. Bei Lipogems® beobachteten Ärzte zunächst ausgezeichnete Heilungsergebnisse bei Patienten. Diese klinischen Beobachtungen führten Forscher dann zurück ins Labor, um zu verstehen, warum die Behandlung so gut funktionierte.

Dieser „Vom-Krankenbett-ins-Labor"-Ansatz hat sich in der Medizin bereits früher als wertvoll erwiesen. Ähnliche umgekehrte Entdeckungen halfen Wissenschaftlern, Erkrankungen zu verstehen – von Atemproblemen bei Neugeborenen bis hin zum Zusammenhang zwischen Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Lipogems®-Forschung setzt diese Tradition fort, wobei der klinische Erfolg zu einem tieferen wissenschaftlichen Verständnis führt.

Für Patienten, die eine Lipogems®-Behandlung in Betracht ziehen, bietet diese Forschung die Gewissheit, dass die Technologie aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht wurde. Die klinischen Ergebnisse, die Patienten erleben, werden nun durch wachsende wissenschaftliche Evidenz gestützt, die erklärt, wie und warum die Behandlung die Gewebeheilung unterstützt.

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Quelle: Tremolada et al., None, None.

Originalpublikation

Mesenchymal Stem Cells in Lipogems, a Reverse Story: from Clinical Practice to Basic Science

Carlo Tremolada, Camillo Ricordi, Arnold I. Caplan, Carlo Ventura

The idea that basic science should be the starting point for modern clinical approaches has been consolidated over the years, and emerged as the cornerstone of Molecular Medicine. Nevertheless, there is increasing concern over the low efficiency and inherent costs related to the translation of achievements from the bench to the bedside. These burdens are also perceived with respect to the effectiveness of translating basic discoveries in stem cell biology to the newly developing field of advanced cell therapy or Regenerative Medicine. As an alternative paradigm, past and recent history in Medical Science provides remarkable reverse stories in which clinical observations at the patient’s bedside have fed major advances in basic research which, in turn, led to consistent progression in clinical practice. Within this context, we discuss our recently developed method and device, which forms the core of a …

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