Fettzellenprodukte beruhigen entzündete Gehirnzellen in Laborstudie
Giovanni Marfia, Stefania Elena Navone, Loubna Abdel Hadi, Moira Paroni, Valeria Berno, Matteo Beretta, Roberta Gualtierotti, Francesca Ingegnoli, Vincenzo Levi, Monica Miozzo, Jens Geginat, Lorenzo Fassina, Paolo Rampini, Carlo Tremolada, Laura Riboni, Rolando Campanella · 2016
Diese Laborstudie untersuchte, wie Substanzen, die von aus Fettgewebe gewonnenen Stammzellen freigesetzt werden, zur Reduzierung von Gehirnentzündungen beitragen könnten. Die Forscher fanden heraus, dass diese natürlichen Sekrete überaktive Immunzellen im Gehirn beruhigen können, was Hoffnung auf zukünftige Behandlungen entzündlicher Gehirnerkrankungen gibt.
Forscher testen zwei Methoden der Fettgewebeverarbeitung
Wissenschaftler verglichen Stammzellen aus Fettgewebe, das mit zwei verschiedenen Methoden gewonnen wurde. Eine war die standardmäßige Liposuktionsverarbeitung. Die andere war das Lipogems®-System, das eine schonende mechanische Verarbeitung ohne Enzyme verwendet. Beide Methoden produzierten Stammzellen, die hilfreiche Substanzen in die umgebende Flüssigkeit abgaben. Diese Flüssigkeit, genannt „konditioniertes Medium", enthält die natürlichen Heilungsfaktoren, die die Zellen produzieren.
Fettzellenprodukte blockierten mehrere Anzeichen von Gehirnentzündung
Das Forschungsteam setzte Gehirnimmunzellen namens Mikroglia einem bakteriellen Toxin aus. Dieses Toxin verursachte, dass die Mikroglia entzündet und überaktiv wurden. Als die Forscher das konditionierte Medium der aus Fettgewebe gewonnenen Stammzellen hinzufügten, traten mehrere positive Veränderungen auf:
Der Entzündungsmarker CD68 verringerte sich auf den Mikrogliazellen
Die Produktion entzündungsfördernder Botenstoffe sank deutlich
Die schnelle Vermehrung aktivierter Mikroglia verlangsamte sich
Die Wanderung dieser Immunzellen zum Entzündungsherd reduzierte sich
Diese Ergebnisse legen nahe, dass natürlich von Fettstammzellen freigesetzte Substanzen mehrere Aspekte der Gehirnentzündung beruhigen können.
Studie enthüllt wichtigen chemischen Signalweg hinter der beruhigenden Wirkung
Die Forscher entdeckten, dass ein fettbasiertes Signalmolekül namens Sphingosin-1-phosphat eine wichtige Rolle spielt. Wenn Gehirnimmunzellen entzündet werden, produzieren sie mehr von diesem Molekül. Die Fettzellenprodukte scheinen teilweise zu wirken, indem sie diesen chemischen Signalweg unterbrechen. Ein Medikament namens FTY720, das denselben Signalweg blockiert, erzielte ähnliche entzündungshemmende Wirkungen. Diese Entdeckung hilft Wissenschaftlern zu verstehen, wie aus Fettgewebe gewonnene Behandlungen genau wirken könnten.
Laborergebnisse zeigen Potenzial für zukünftige Gehirnbehandlungen
Diese Studie liefert wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie Fettgewebe bei der Behandlung von Gehirnentzündungen helfen könnte. Das mit dem Lipogems®-System verarbeitete Gewebe zeigte sich wirksam bei der Beruhigung entzündeter Gehirnzellen. Dies ist ermutigend, da das Lipogems®-System bereits sicher bei Menschen für andere Erkrankungen eingesetzt wird. Patienten sollten jedoch verstehen, dass dies eine Laborstudie mit Zellen in Kulturschalen war, keine klinische Studie an Menschen.
Was dies für Patienten bedeutet, die eine Behandlung in Betracht ziehen
Wenn Sie an einer entzündlichen Gehirnerkrankung leiden, bietet diese Forschung Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Die Studie zeigt, dass Ihr eigenes Fettgewebe Zellen enthält, die natürlicherweise entzündungshemmende Substanzen produzieren. Diese Substanzen können mehrere schädliche Prozesse reduzieren, die bei Gehirnentzündungen auftreten.
Es bestehen jedoch wichtige Einschränkungen. Diese Forschung fand ausschließlich unter Laborbedingungen statt. Die verwendeten Mikrogliazellen stammten aus einer Mauszelllinie, nicht aus menschlichen Zellen. Der Sprung von Laborschalen zu menschlichen Gehirnen ist erheblich. Klinische Studien müssten zeigen, dass diese Wirkungen sicher bei tatsächlichen Patienten auftreten.
Aktuelle Lipogems®-Behandlungen werden hauptsächlich für Gelenk- und orthopädische Erkrankungen eingesetzt. Die Anwendung dieser Technologie bei Gehirnerkrankungen würde weitere Forschung und behördliche Zulassung erfordern. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob aufkommende regenerative Ansätze möglicherweise zukünftig Optionen für Ihre spezifische Erkrankung werden könnten.
Quelle: Marfia et al., None, 2016.
Originalpublikation
The Adipose Mesenchymal Stem Cell Secretome Inhibits Inflammatory Responses of Microglia: Evidence for an Involvement of Sphingosine-1-Phosphate Signalling
Giovanni Marfia, Stefania Elena Navone, Loubna Abdel Hadi, Moira Paroni, Valeria Berno, Matteo Beretta, Roberta Gualtierotti, Francesca Ingegnoli, Vincenzo Levi, Monica Miozzo, Jens Geginat, Lorenzo Fassina, Paolo Rampini, Carlo Tremolada, Laura Riboni, Rolando Campanella · 2016
Central nervous system (CNS) inflammation is primarily driven by microglial cells which secrete proinflammatory cytokines and undergo proliferation upon activation, as it occurs in neurodegenerative diseases. Uncontrolled or prolonged CNS inflammation is potentially harmful and can result in cellular damage. Recently, many studies have focused on human adipose tissue as an attractive source of cytokines with immunosuppressive properties that potentially modulate inflammation. Our study aimed to evaluate if different methods of human tissue collection could affect adipose mesenchymal stem cell (ADSC)-derived cytokine secretion and investigate the effects of ADSC secretome in modulating microglia activation and the possible implication of sphingosine-1-phosphate (S1P) in these effects. Our results demonstrate that the conditioned medium (CM) of ADSCs isolated by two different processing methods …