Diese Forschung verstehen: Lipogems® bei Schulterarthrose

Heather Vinet-Jones, Kevin F Darr · 2020

25 Patienten zeigen anhaltende Schmerzlinderung über ein volles Jahr

Diese Studie begleitete 25 Personen mit leichter bis mittelschwerer Schulterarthrose, die eine Lipogems®-Behandlung erhielten. Die Forscher verfolgten den Verlauf sechs Wochen, 18 Wochen und ein volles Jahr nach der Behandlung. Alle Patienten zeigten bedeutsame Verbesserungen, die sich über die Zeit weiter aufbauten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Ansatz für geeignete Kandidaten eine dauerhafte Alternative zur Operation bieten könnte.

Schmerzwerte sinken bei jeder Kontrolluntersuchung signifikant

Die Patienten bewerteten ihre Schmerzen vor und nach der Behandlung anhand einer standardisierten Skala. Bei jedem Nachsorgetermin berichtete die Gruppe von einer statistisch signifikanten Schmerzreduktion im Vergleich zum Ausgangswert. Die Verbesserung war nicht nur unmittelbar – sie verstärkte sich im Laufe des Jahres progressiv. Dieses Muster anhaltender Fortschritte ist ermutigend für alle, die langfristige Linderung statt kurzfristiger Lösungen suchen.

Schulterfunktion verbessert sich parallel zur Schmerzlinderung

Die Studie erfasste die Arm- und Schulterfunktion mittels eines etablierten Fragebogens namens DASH. Dieses Instrument misst, wie gut Menschen alltägliche Aktivitäten wie Greifen, Heben und bequemes Schlafen ausführen können. Genau wie die Schmerzwerte verbesserten sich auch die Funktionswerte bei jedem Meilenstein kontinuierlich. Nach einem Jahr berichteten die Teilnehmer von bedeutsamen Fortschritten in ihrer Fähigkeit, ihre Schultern normal zu benutzen.

So funktioniert das Verfahren: Ein minimalinvasiver Ansatz

Die Behandlung verwendete mikrofragmentiertes Fettgewebe (speziell aufbereitetes Fett) aus dem eigenen Körper jedes Patienten. Der Ablauf im Einzelnen:

  • Fettgewebe wurde aus dem Bauchbereich mit einer kleinen Nadel entnommen

  • Das Gewebe wurde durch das Lipogems®-System ohne Chemikalien oder Enzyme aufbereitet

  • Etwa sieben Kubikzentimeter des aufbereiteten Materials wurden in das Schultergelenk injiziert

  • Ultraschallkontrolle gewährleistete eine präzise Platzierung direkt im Gelenkraum

Der gesamte Eingriff erfolgte in einer einzigen Sitzung. Die Patienten gingen noch am selben Tag mit Anweisungen zur Nachsorge nach Hause.

Die Studie schloss Patienten mit bestätigter Arthrose-Diagnose ein

Die Forscher wählten die Teilnehmer sorgfältig aus, um aussagekräftige Ergebnisse zu gewährleisten:

  • Alle Patienten waren über 40 Jahre alt

  • Jeder hatte eine durch Röntgenaufnahmen bestätigte Schulterarthrose

  • Der Schweregrad der Arthrose reichte von leicht bis mittelschwer (Grad zwei bis drei)

  • Personen mit sehr niedrigen anfänglichen Schmerzwerten wurden von der endgültigen Analyse ausgeschlossen

  • Personen mit Immunerkrankungen, kürzlicher Krebsbehandlung oder bestimmten Herzerkrankungen konnten nicht teilnehmen

Diese sorgfältige Auswahl stellt sicher, dass die Ergebnisse gezielt für Menschen mit aktiven Schulterarthrose-Symptomen gelten.

Eine vielversprechende Option vor einer Operationsentscheidung

Schulterarthrose verursacht Knorpelabbau, Gelenkentzündung und fortschreitende Steifheit. Herkömmliche Behandlungen konzentrieren sich auf die Symptomkontrolle, anstatt die zugrundeliegenden Schäden anzugehen. Kortisoninjektionen können vorübergehende Linderung verschaffen, können aber bei wiederholter Anwendung die Gelenkdegeneration beschleunigen.

Der Lipogems®-Ansatz bietet etwas anderes. Fettgewebe enthält regenerative Zellen, sogenannte Perizyten und mesenchymale Stammzellen. Diese Zellen unterstützen natürlicherweise die Heilung und reduzieren Entzündungen. Da die Behandlung körpereigenes Gewebe verwendet, besteht kein Abstoßungsrisiko.

Diese Studie ergänzt die wachsende Evidenz, dass die Therapie mit mikrofragmentiertem Fettgewebe sowohl Schmerzen als auch Alltagsfunktion bei Schulterarthrose bedeutsam verbessern kann. Für Patienten, die Alternativen zur Operation suchen, zeigen diese Einjahres-Ergebnisse, dass der Nutzen weit über den initialen Behandlungszeitraum hinaus anhalten kann.

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Quelle: Vinet-Jones et al., None, 2020.

Originalpublikation

Clinical use of autologous micro-fragmented fat progressively restores pain and function in shoulder osteoarthritis

Heather Vinet-Jones, Kevin F Darr · 2020

A total of 25 subjects with mild to moderate shoulder osteoarthritis (OA) received an injection of nondigested micro-fragmented adipose tissue (MFat™, Lipogems®) and were followed at 6, 18 and 52 week intervals to evaluate this therapy as a viable alternative for treatment of joint pain and inflammation-associated dysfunction. Autologous adipose tissue was harvested via lipoaspiration from the abdominal area and immediately processed through a closed system minimal manipulation technique. Seven cc of processed MFat™ was injected into the glenohumeral joint under ultrasound guidance. Quantitative analysis of pain and function modalities were performed using the visual analog scale (VAS) and the disabilities of the arm, shoulder and hand (DASH) questionnaire, respectively. All study participants reported significant progressive improvement (p < 0.001) from baseline in both VAS and DASH scores in shoulder OA cases up to one year post-injection. These results demonstrate that MFat™ therapy improves pain and function in patients with shoulder OA and can provide a long-term alternative to surgical intervention. The therapeutic benefits are attributed to mesenchymal stem cells and other reparative pericytes present in adipose tissue, which provide anti-inflammatory activity and multilineage differentiation potential, including chondrogenic capacity for cartilage repair.

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