Fettgewebe-Zelltherapie bei Arthrose verstehen: Ein Forschungsüberblick

Akkawi Ibrahim, Draghetti Maurizio, Zmerly Hassan · Acta Biomedica · 2020

Ihr eigenes Fettgewebe enthält wirkungsvolle Heilungszellen

Wenn Sie an Arthrose leiden, kennen Sie die Frustration über Gelenkschmerzen, die Ihre täglichen Aktivitäten einschränken. Dieser Forschungsüberblick untersuchte einen vielversprechenden Behandlungsansatz: die Verwendung regenerativer Zellen aus dem körpereigenen Fettgewebe. Diese Zellen, sogenannte mesenchymale Stromazellen (MSCs), verfügen über eine bemerkenswerte Fähigkeit, Entzündungen zu reduzieren und die Gewebereparatur zu unterstützen. Fettgewebe ist eine besonders reichhaltige Quelle dieser heilungsfördernden Zellen – es enthält etwa 500- bis 1.000-mal mehr regenerative Zellen als Knochenmark.

Warum Fettgewebe dem Knochenmark als Zellquelle überlegen ist

Ärzte wissen seit langem, dass Knochenmark regenerative Zellen enthält. Die Entnahme von Knochenmark kann jedoch schmerzhaft sein und liefert relativ wenige Zellen. Dieser Überblick erklärt, warum Fettgewebe mehrere Vorteile bietet:

  • Fettgewebe enthält weitaus mehr regenerative Zellen pro Probe

  • Das Entnahmeverfahren verursacht weniger Schmerzen

  • Zellen aus Fettgewebe vermehren sich schneller im Körper

  • Das Verfahren ist einfacher und leichter zugänglich

  • Das Spenderalter beeinflusst fettgewebsbasierte Zellen weniger als Knochenmarkzellen

Wie diese Zellen Gelenkschmerzen lindern

Der Überblick erläutert zwei Wege, auf denen fettgewebsbasierte Zellen arthrotischen Gelenken helfen. Erstens können sie sich in knorpelbildende Zellen, sogenannte Chondrozyten, umwandeln. Zweitens, und möglicherweise noch wichtiger, setzen sie spezielle Moleküle frei, die Heilungsprozesse im gesamten Gelenk auslösen. Diese Moleküle reduzieren Entzündungen, verhindern den Zelltod und fördern die Bildung neuer Blutgefäße zur Versorgung des geschädigten Gewebes.

Dreizehn Studien zeigen konsistente Schmerzlinderung

Die Forscher analysierten 13 klinische Studien mit Patienten, die mit minimal verarbeiteten fettgewebsbasierten Zellen behandelt wurden. Die Studien begleiteten Patienten über Zeiträume von sechs Monaten bis drei Jahren. Bei nahezu allen gemessenen Endpunkten erfuhren die Patienten signifikante Verbesserungen bei Schmerzen und Gelenkfunktion. Eine Studie beobachtete 110 Patienten, während andere zwischen vier und 52 Teilnehmer umfassten. Das Patientenalter variierte stark, wobei die meisten Studien Personen in ihren Fünfzigern und Sechzigern einschlossen.

Minimale Verarbeitung erhält die Zellen in ihrem natürlichen Zustand

Herkömmliche Methoden zur Zellgewinnung aus Fettgewebe verwenden Enzyme, was regulatorische Bedenken aufwirft und die Zellen schädigen kann. Der in diesem Überblick untersuchte Behandlungsansatz verwendet stattdessen eine schonende mechanische Aufbereitung. Dadurch bleiben die Zellen in ihrer natürlichen Umgebung – umgeben von den unterstützenden Gewebestrukturen, die sie für ihre ordnungsgemäße Funktion benötigen. Das aufbereitete Fettgewebe kann sofort injiziert oder für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden.

Ergebnisse bei verschiedenen Gelenken sind vielversprechend

Die untersuchten Studien betrachteten Behandlungsergebnisse bei Knien, Hüften, Schultern und Sprunggelenken. Kniearthrose erhielt die meiste Aufmerksamkeit, aber positive Ergebnisse zeigten sich bei allen Gelenktypen. Schmerzwerte, Funktionswerte und Messungen der Lebensqualität zeigten alle bedeutsame Verbesserungen im Vergleich zum Zustand vor der Behandlung. Wichtig ist, dass die Studien sehr wenige Komplikationen berichteten, was darauf hindeutet, dass dieser Ansatz recht sicher ist.

Was dies für Ihre Behandlungsentscheidung bedeutet

Dieser umfassende Überblick bestätigt, dass die minimal verarbeitete fettgewebsbasierte Zelltherapie echtes Potenzial bei Arthroseschmerzen und Funktionseinschränkungen zeigt. Die Evidenz stammt von mehreren Forschungsteams, die verschiedene Gelenke über Zeiträume von bis zu drei Jahren untersuchten. Obwohl die meisten Studien Beobachtungsstudien waren und keine randomisierten kontrollierten Studien, sind die konsistent positiven Ergebnisse über verschiedene Patientengruppen hinweg ermutigend. Wenn Sie diese Behandlung in Betracht ziehen, besprechen Sie diese Erkenntnisse mit Ihrem Arzt, um festzustellen, ob sie für Ihre spezifische Situation geeignet sein könnte.

Quelle: Akkawi et al., Acta Biomedica, 2020.

Originalpublikation

Minimally manipulated adipose derived mesenchymal stromal cells and osteoarthritis: A narrative review

Akkawi Ibrahim, Draghetti Maurizio, Zmerly Hassan · Acta Biomedica · 2020

Human mesenchymal stromal cells (MSCs) have increasingly been used to treat osteoarthritis (OA) related pain and dysfunction, due to their capacity for regeneration and anti-inflammatory effects. Adipose-derived MSCs are characterized by their abundance, ease of access, easy isolation procedures, high lipoaspirate stromal cell production, quicker multiplication of cells, and less pain and morbidity during harvesting. These cells are typically enzymatically derived from adipose tissue but this technique has complicated regulatory problems. To address this problem, a new technique has been created to extract and process adipose tissue without expansion and the use of enzymes to produce autologous minimally manipulated adipose-derived MSCs. Recent studies have confirmed that this treatment is an effective and promising method for treating pain and improving joint function in patients affected by OA with a very low percentage of complications at short to mid-term follow-up.

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