Sprunggelenksarthrose-Schmerzen sinken deutlich nach Fettgewebe-Injektion
Simone Natali, Daniele Screpis, Luca Farinelli, Venanzio Iacono, Vittorio Vacca, Antonio Gigante, Claudio Zorzi · International Orthopaedics · 2021
Sprunggelenksarthrose trifft häufig jüngere, aktive Menschen nach Verletzungen. Anders als bei Hüft- oder Kniearthrose ist sie oft die Folge von Traumata wie Frakturen oder schweren Verstauchungen. Diese Studie untersuchte, ob die Injektion von aufbereitetem Fettgewebe aus dem eigenen Körper Sprunggelenksschmerzen reduzieren und die Funktion verbessern kann.
31 Patienten über zwei Jahre nach einmaliger Injektion beobachtet
Forscher in Italien begleiteten 31 Patienten mit früher bis mittelschwerer Sprunggelenksarthrose. Alle Teilnehmer hatten zuvor andere Behandlungen versucht, darunter entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie und frühere Injektionen. Jede Person erhielt eine einmalige Injektion von fünf Millilitern mikrofragmentiertem Fettgewebe (speziell aufbereitetes Fett aus dem eigenen Bauchbereich) direkt in ihr Sprunggelenk.
Die Patienten waren zwischen 28 und 71 Jahre alt. Die Ärzte bewerteten ihre Schmerzintensität und Sprunggelenksfunktion vor der Behandlung sowie nach sechs Monaten, zwölf Monaten und zwei Jahren.
Schmerz- und Funktionswerte verbessern sich bei allen Nachuntersuchungen
Im Vergleich zum Ausgangswert zeigten die Patienten bei jeder Kontrolluntersuchung deutliche Verbesserungen. Die Forscher verwendeten drei standardisierte Messinstrumente:
AOFAS-Skala: Misst die gesamte Sprunggelenksfunktion und Ausrichtung
FADI-Score: Bewertet, wie Sprunggelenksprobleme alltägliche Aktivitäten beeinträchtigen
VAS-Schmerzskala: Bewertet die Schmerzintensität auf einer einfachen Skala
Alle drei Werte verbesserten sich signifikant vom Ausgangswert bis zur Zwei-Jahres-Marke. Dies deutet darauf hin, dass die Behandlung den Patienten half, sich im Alltag besser zu bewegen und weniger Schmerzen zu haben.
Beste Ergebnisse zeigen sich nach zwölf Monaten, lassen dann teilweise nach
Die Studie enthüllte ein wichtiges Muster bezüglich des zeitlichen Verlaufs. Die Patienten erlebten ihre maximale Verbesserung bei der Ein-Jahres-Nachuntersuchung. Zwischen zwölf und vierundzwanzig Monaten gingen die Werte etwas zurück – blieben aber besser als vor der Behandlung.
Dieses allmähliche Nachlassen deutet darauf hin, dass die Vorteile möglicherweise nicht dauerhaft sind. Allerdings berichteten die Patienten auch nach zwei Jahren noch von bedeutsamen Verbesserungen gegenüber ihrem Zustand vor der Behandlung. Manche Patienten könnten von wiederholten Injektionen profitieren, obwohl diese Studie diese Option nicht untersuchte.
Keine schwerwiegenden Komplikationen während des Studienzeitraums berichtet
Sicherheit ist bei jedem medizinischen Eingriff immer ein wichtiges Thema. Während der gesamten zweijährigen Nachbeobachtung traten keine schwerwiegenden Komplikationen auf. Die Behandlung umfasst einen kleinen Schnitt im Bauchbereich zur Entnahme von Fettgewebe, das dann aufbereitet und unter Ultraschallkontrolle in das Sprunggelenk injiziert wird.
Da bei dem Verfahren körpereigenes Gewebe verwendet wird (sogenannte autologe Behandlung), besteht kein Risiko einer Abstoßungsreaktion oder allergischen Reaktion auf Fremdmaterial.
Eine vielversprechende Option, wenn andere Behandlungen versagt haben
Diese Studie konzentrierte sich auf Patienten, die bereits standardmäßige nicht-operative Behandlungen ohne ausreichende Linderung versucht hatten. Dazu gehörten:
Entzündungshemmende Medikamente
Physiotherapie
Kortison-Injektionen
Viscosupplementation (Gel-Injektionen)
Plättchenreiches Plasma (PRP)
Für Menschen in dieser Situation, die eine große Operation wie eine Sprunggelenksversteifung oder einen Gelenkersatz vermeiden oder hinauszögern möchten, bietet die Injektion von mikrofragmentiertem Fettgewebe eine weitere Möglichkeit. Der Eingriff ist minimalinvasiv und ermöglicht eine schrittweise Rückkehr zu normalen Aktivitäten.
Was dies für Ihre Behandlungsentscheidung bedeutet
Diese Forschung liefert ermutigende frühe Erkenntnisse, hat aber Einschränkungen. Es gab keine Vergleichsgruppe, die ein Placebo oder eine andere Behandlung erhielt. Die Stichprobe von 31 Patienten ist relativ klein. Die Autoren räumen ein, dass größere, methodisch strengere Studien erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu bestätigen.
Wenn Sie an früher oder mittelschwerer Sprunggelenksarthrose leiden und bisherige Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben, könnte es sich lohnen, diesen Ansatz mit Ihrem Arzt zu besprechen. Die Zwei-Jahres-Daten deuten auf bedeutsame Schmerzlinderung und verbesserte Funktion hin, wobei die stärksten Vorteile etwa um die Ein-Jahres-Marke auftreten.
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Quelle: Natali et al., International Orthopaedics, 2021.
Originalpublikation
The use of intra-articular injection of autologous micro-fragmented adipose tissue as pain treatment for ankle osteoarthritis: a prospective not randomized clinical study
Simone Natali, Daniele Screpis, Luca Farinelli, Venanzio Iacono, Vittorio Vacca, Antonio Gigante, Claudio Zorzi · International Orthopaedics · 2021
The objective of this study was to evaluate the safety and efficacy of intra-articular injections of autologous micro-fragmented adipose tissue in patients affected by early or moderate ankle osteoarthritis (AOA). A total of 31 symptomatic patients, aged 28-71 years, affected by AOA, were treated with 5 ml of autologous micro-fragmented adipose tissue. Clinical evaluations before the treatment and after six, 12, and 24 months were performed through American Orthopaedic Foot and Ankle Society (AOFAS) scale, the Foot and Ankle Disability Index (FADI), and Visual Analogue Scale (VAS) scores. Adverse events were recorded. No severe complications were noted during the treatment and the follow-up period. A statistically significant improvement from basal evaluation to the six, 12-, and 24-month follow-up visit was observed, whereas a statistically significant worsening from the 12-month to the 24-month follow-up visit was showed. The autologous micro-fragmented adipose tissue for the treatment of pain in ankle osteoarthritis seems safe and able to provide positive clinical outcomes, potentially offering a new minimally invasive therapeutic option for patients who are not eligible for more invasive approaches. Further high-quality studies are needed to confirm these findings.