Linderung von Schulterschmerzen: Was eine Studie über die Behandlung mit Fettzellen ergab
Richard D Striano, Gerard A Malanga, Norma Bilbool, Khatira Azatullah · Journal of Orthopaedics Spine and Sports Medicine · 2018
Patienten mit chronischen Schulterschmerzen zeigten über ein Jahr hinweg deutliche Verbesserung
Diese Studie begleitete 18 Patienten mit hartnäckigen Schulterschmerzen, die sich durch Standardbehandlungen nicht gebessert hatten. Jeder Patient litt bereits seit mehr als einem Jahr unter Schmerzen. Zu ihren Erkrankungen zählten Arthrose (Gelenkverschleiß), Rotatorenmanschettenrisse und andere Weichteilverletzungen. Vor dieser Behandlung hatten alle Patienten mindestens drei andere Therapieansätze versucht – wie Physiotherapie, Kortisoninjektionen oder Eigenbluttherapie mit plättchenreichem Plasma – ohne Erfolg.
Die Schmerzwerte sanken nach der Behandlung um mehr als die Hälfte
Die Forscher erfassten die Schmerzintensität anhand einer standardisierten numerischen Skala, bei der höhere Werte stärkere Schmerzen bedeuten. Vor der Behandlung lag der durchschnittliche Schmerzwert bei 7,5 von 10. Nach einem Jahr war dieser auf 3,6 gesunken – eine Reduktion von mehr als 50%. Diese Verbesserung war statistisch signifikant, was bedeutet, dass sie wahrscheinlich nicht auf Zufall beruhte.
Durchschnittlicher Schmerz vor der Behandlung: 7,5 von 10
Durchschnittlicher Schmerz nach einem Jahr: 3,6 von 10
Dies entspricht einer Schmerzreduktion von etwa 52%
Die Schulterfunktion verbesserte sich über zwölf Monate hinweg deutlich
Die Studie erfasste außerdem die Schulterfunktion mithilfe eines standardisierten Bewertungssystems namens ASES (American Shoulder and Elbow Surgeons Score). Diese Skala reicht von null bis 100, wobei 100 eine perfekte Funktion darstellt. Die Patienten starteten mit einem Durchschnittswert von nur 33,7, was erhebliche Einschränkungen widerspiegelte. Nach einem Jahr war ihr Durchschnittswert auf 69,2 gestiegen – eine mehr als Verdopplung ihrer funktionellen Fähigkeiten.
Diese Verbesserungen bedeuteten, dass die Patienten alltägliche Aktivitäten leichter ausführen konnten. Vor der Behandlung hatten viele Schwierigkeiten mit Tätigkeiten wie Ankleiden, Greifen hinter den Rücken oder Heben des Arms über Schulterhöhe.
Die Behandlung verwendete körpereigenes aufbereitetes Fettgewebe
Das Verfahren nutzte Lipogems®, ein System zur Aufbereitung einer kleinen Menge Fettgewebe aus dem eigenen Körper des Patienten. Ausschließlich durch Kochsalzspülung und schonende mechanische Trennung erzeugt das System winzige Fettgewebscluster von etwa 500 Mikrometern Größe (ungefähr einem halben Millimeter). Diese Cluster behalten ihre natürliche Struktur einschließlich der Zellen, die die Heilung unterstützen.
Die Ärzte injizierten dieses aufbereitete Gewebe dann direkt in das Schultergelenk und die geschädigten Weichteile. Sie verwendeten Ultraschallbildgebung, um jede Injektion präzise in die betroffenen Bereiche zu leiten.
Es wurden keine Komplikationen oder schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet
Während des gesamten Studienzeitraums verzeichneten die Forscher keine Komplikationen oder schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Da die Behandlung körpereigenes Gewebe ohne Zusatz von Chemikalien oder Enzymen verwendet, ist das Risiko einer Abstoßung oder allergischen Reaktion minimal. Dieses Sicherheitsprofil ist besonders bemerkenswert für Patienten, die möglicherweise Bedenken gegenüber operativen Alternativen haben.
Was dies für Patienten bedeutet, die Behandlungsoptionen erwägen
Diese Studie liefert ermutigende Hinweise für Menschen mit chronischen Schulterschmerzen, die durch konventionelle Behandlungen keine Linderung gefunden haben. Die Verbesserungen sowohl bei Schmerz als auch bei der Funktion hielten über die gesamten zwölf Monate der Nachbeobachtung an – länger als bei vielen vergleichbaren Studien, die Patienten typischerweise nur drei bis sechs Monate begleiten.
Allerdings handelte es sich um eine kleine Studie mit nur 18 Patienten und ohne Vergleichsgruppe, die eine andere Behandlung erhielt. Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, wären größere kontrollierte Studien hilfreich, um diese Erkenntnisse zu bestätigen. Patienten, die diese Option in Betracht ziehen, sollten ihre individuelle Situation mit einem qualifizierten Arzt besprechen, um festzustellen, ob Lipogems® für ihre spezifische Erkrankung geeignet sein könnte.
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Quelle: Striano et al., Journal of Orthopaedics Spine and Sports Medicine, 2018.
Originalpublikation
Refractory Shoulder Pain with Osteoarthritis, and Rotator Cuff Tear, Treated With Micro-Fragmented Adipose Tissue
Richard D Striano, Gerard A Malanga, Norma Bilbool, Khatira Azatullah · Journal of Orthopaedics Spine and Sports Medicine · 2018
Chronic shoulder pain and rotator cuff abnormalities affect a large portion of the population and result in substantial impairments and loss of useful functions, thus affecting patient quality of life. One of the most common causes of shoulder pain in the adult population is osteoarthritis. It is the third most prevalent musculoskeletal disorder after low back and neck pain. If current standard non-operative methods fail, there are few viable options available other than shoulder replacement surgery. Recently biological treatments using adult stem cell treatments, mesenchymal stem cells (MSC's) have been shown to have potential benefits in orthopedic applications. One such source of regenerative cellular tissue is adipose, which is known to be a robust source of stem cells. Adipose tissue is readily accessible, easily harvested and few complications have been reported. This study reports the safety, efficacy and long term benefits from ultrasound guided injection of an autologous, minimally manipulated, microfragmented adipose tissue using Lipogems® system. Outcomes were assessed through twelve months using Numerical Pain Scale (NPS) and The American Shoulder and Elbow Surgeons Score (ASES). Significant improvement was noted through all time points to one year (NPS p<0.00008, ASES p<0.00017). The average NPS improved from 7.5 to 3.6 at one year; average ASES improved from 33.7 to 69.2 at one year. No post procedural complications or serious adverse events were reported. The results demonstrate significant improvements in pain, function and quality of life through twelve months.